Blasenentzündungen

Auslöser und Heilmittel für Blasenentzündungen

Besonders als Frau kennst du vermutlich die typischen Anzeichen einer Blasenentzündung: Du musst häufiger zur Toilette, das Wasserlassen brennt und schmerzt.

Über die Hälfte der Frauen leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer sogenannten Zystitis (Blasenentzündung).

Je nach Verlauf kannst du eine Blasenentzündung gut mit Hausmitteln in den Griff bekommen, manchmal kommen aber auch Antibiotika zum Einsatz.

Das sind die wichtigsten Facts über die Blasenentzündung!

Brennen beim Toilettengang und weiteres – Was sind die Anzeichen einer Blasenentzündung?

Typischerweise hast du bei einer Zystitis Schmerzen und Brennen während des Wasserlassens sowie einen erhöhter Harndrang mit verringerten Urinmengen. Dein Urin kann getrübt sein und sich vom Geruch her verändern. Oft findet sich auch Blut im Urin. Hohes Fieber und Schmerzen im Rücken (Flankenschmerz) treten in der Regel nicht auf, diese Symptome deuten eher auf eine Nierenbeckenentzündung hin.

Bist du häufiger als drei Mal im Jahr von einer Blasenentzündung betroffen, spricht man von einer chronischen bzw. wiederkehrenden (rezidivierenden) Zystitis.

Muss ich bei einer Blasenentzündung Angst vor Komplikationen haben?

Eine Blasenentzündung an sich ist erst mal nichts Schlimmes. Die Entzündung kann jedoch über den Harnleiter aufsteigen und zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) führen. Besonders bei Schwangeren tritt dies häufiger auf. Immer wiederkehrende Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen schaden dauerhaft deinen Organen.

Beim Mann sind mögliche Komplikationen eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) oder des Nebenhodens (Epididymitis).

Woher kommt meine Blasenentzündung?

Infektionen der Harnblase können durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten erfolgen. Am häufigsten jedoch liegt eine bakterielle Infektion vor.

Welche Bakterien verursachen eine Blasenentzündung? Es handelt sich meist um eine Besiedelung der Blase mit Escherichia coli, einem Bakterium aus dem Darm. Es können aber auch andere Bakterienstämme, z.B. Klebsiella, Staphylokokken oder Proteus eine Blasenentzündung auslösen.

Und wie kommen die Bakterien in meine Blase? Die Bakterien gelangen durch eine sogenannte Schmierinfektion (Erreger werden über eine Kette von Berührungen weitergereicht) über die Harnröhre in die Blase. Geschlechtsverkehr ist ein Beispiel für solch einen Übertragungsweg, weshalb sexuell aktive Frauen auch häufiger von Blasenentzündungen betroffen sind.

Fun Fact:
Bei sexuell aktiven Frauen mit akuter Blasenentzündung spricht man aus diesem Grund auch von einer “Honeymoon-Zystitis” (engl. honeymoon = Flitterwochen).

Weitere Erreger einer Blasenentzündung
Neben den bakteriellen Infektionen können manchmal auch andere Erreger (Viren, Pilze oder Parasiten) von Bedeutung sein. Nimmst du beispielsweise Antibiotika ein oder hast ein geschwächtes Immunsystem, so entstehen Blasenentzündungen häufig durch Pilzbesiedlung (häufigste: Candida albicans). Desweiteren können auch Viren, z.B. Adenoviren und Polyoma blutige Blasenentzündungen auslösen.

unzerkaut mit etwas Flüssigkeit

Nicht immer werden Blasenentzündungen durch diese Erreger ausgelöst. Auch beispielsweise Hormonveränderungen in den Wechseljahren, bestimmte Medikamente oder Verhütungsmittel sowie Bestrahlung können Blasenentzündungen entstehen lassen.
Sind die Ursachen bei Männern und Frauen gleich? Auch bei Männern sind meistens Bakterien Ursache der Blasenentzündung. Zusätzlich tritt beim Mann die Zystitis oft zusammen mit einer Entzündung der Prostata auf.

Ich habe eine Blasenentzündung – Ist das ansteckend?

Die Ansteckung mit Keimen, die in der Harnblase zu einer Zystitis führen, kann unterschiedlich erfolgen. Durch Geschlechtsverkehr beispielsweise können allerdings Keime übertragen werden.

Kondome bieten dagegen einen gewissen Schutz. Keime können aber auch auf anderen Wegen durch Schmierinfektion übertragen werden, wie zum Beispiel auf öffentlichen Toiletten. Sogar aus der eigenen Darmflora können Keime z.B. bei falschem Säubern (von hinten nach vorne wischen) nach dem Stuhlgang in die Harnblase gelangen und eine Zystitis auslösen.

Die Antwort ist also: Ja, eine Blasenentzündung ist ansteckend. Du musst dir allerdings keine Sorgen machen, dass du deine Freundinnen ansteckst, wenn ihr gemeinsam den Tag verbringt. Beim Toilettengang oder Geschlechtsverkehr solltest du etwas vorsichtiger sein.

Kann eine Blasenentzündung chronisch werden?

Leidest du unter einer akuten Blasenentzündung, verschwinden die Symptome meist nach ca. einer Woche. Verbleiben deine Beschwerden jedoch für eine längere Zeit, ohne dass Keime nachgewiesen werden können, spricht man von einer chronischen Blasenentzündung oder auch Reizblase.

Ein Grund dafür kann die interstitielle Zystitis - eine seltene, nicht-bakterielle und chronisch verlaufende Entzündung der Harnblase - sein.
Dieses Krankheitsbild kann durch eine Blasenspiegelung diagnostiziert werden und hat keine genaue Ursache. Die chronischen Schmerzen können z.B. mit Antidepressiva und Spritzen in die Blase therapiert werden.
Einige Frauen sind häufiger von Blasenentzündungen betroffen. Ist es öfter als drei Mal pro Jahr, spricht man von einer wiederkehrenden (rezidivierenden) Zystitis.

Was sollte der Arzt machen, wenn ich immer wieder Blasenentzündungen habe? Der Arzt sollte Ursachen, wie beispielsweise Fehlbildungen deines Harntrakts, Harnblasenspeicherungs- oder Entleerungsstörungen abklären. Als Behandlung ist eine niedrig dosierte Dauertherapie von etwa drei bis sechs Monaten mit Antibiotika (u.a. Nitrofurantoin oder Trimethoprim) am etabliertesten.

So kann der Arzt eine Blasenentzündung diagnostizieren

Aufgrund der typischen Symptome kann dein Arzt meist relativ schnell auf eine Blasenentzündung schließen.
Er erfragt deine Beschwerden oder ggf. Vorerkrankungen und kann somit auch auf einen komplizierten oder unkomplizierten Verlauf schlussfolgern. Als Bestätigung kann dein Urin auf folgende Stoffe mit einem Teststreifen untersucht werden:

Wenn die Symptome eindeutig sind, reicht ein solcher Streifen-Test aus. Gegebenenfalls kann noch das Blut auf Entzündungshinweise (z.B. Leukozyten) untersucht werden.

Wie findet der Arzt heraus, welcher Erreger meine Blasenentzündung ausgelöst hat?
Dafür muss dein Urin im Labor untersucht werden. Es werden dabei die im Urin enthaltenden Bakterien auf einem Nährmedium angezüchtet. Dieses Vorgehen ist besonders bei komplizierten, wiederkehrenden oder sich trotz Therapie nicht bessernden Blasenentzündungen wichtig, da der Arzt dann gezielter behandeln kann.
Weitere Diagnostik: Ultraschall
Besteht z.B. der Verdacht, dass eine Entzündung der oberen Harnwege, also Niere und Harnleiter, vorliegt, kann ein Ultraschall weitere Informationen bringen. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann man auch eine Restharnbestimmung vornehmen. Dabei wird bestimmt, wie viel Harn nach Entleerung der Blase darin verbleibt.
Tiefergehende Diagnostik beim Urologen
Handelt es sich um eine kompliziert bzw. chronisch verlaufende Blasenentzündung oder gleichbleibende Beschwerden trotz Antibiotikatherapie, kann der Urologe auch weitere Untersuchungen vornehmen, z.B. Harnflussmessung, Kontrastmittel-Röntgenbild oder in selteneren Fällen eine Blasenspiegelung (Zystoskopie). Bei letzterer wird eine Kamera über die Harnröhre in die Blase eingeführt und es können Gewebeproben genommen werden.

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Wer ist von Blasenentzündungen betroffen?

Besonders häufig sind Frauen aufgrund der im Gegensatz zum Mann relativ kurzen Harnröhre und deren anatomischen Nähe zum Darmausgang (After) betroffen.

Weitere Risikofaktoren für eine Blasenentzündung sind unter anderem:

Unsere ultimativen Tipps, um Blasenentzündungen vorzubeugen

Es gibt einige Dinge, mit denen du Blasenentzündungen wirksam vorbeugen kannst:

Gibt es eine Impfung gegen Blasenentzündungen?
Seit 2004 gibt es eine Impfung auf dem Markt, die StroVac-Impfung. Der Impfstoff enthält einige unschädlich gemachte Bakterienstämme, welche Blasenentzündungen auslösen. Dein Immunsystem kommt auf diese Weise mit ihnen in Kontakt und lernt, sich besser gegen sie zu wehren. Allerdings ist noch nicht sicher nachgewiesen, wie sinnvoll die Impfung ist. Sie wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Therapie – Was hilft mir bei einer Blasenentzündung?

Unkomplizierte Blasenentzündungen heilen oft innerhalb einer Woche von selbst aus, durch eine Behandlung kannst du jedoch die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf verkürzen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Die Therapie ist abhängig von der Ursache. Oft kommen bei bakteriellen Blasenentzündungen Antibiotika zum Einsatz, bei einem Pilzbefall eine pilzabtötende (antimykotische) Salbe. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, lediglich gegen die Symptome vorzugehen, z.B. durch Schmerzmittel und Wärme.

Welche Behandlung für dich in Frage kommt, kannst du am besten zusammen mit deinem Arzt entscheiden.

Brauche ich ein Rezept? Antibiotika sind rezeptpflichtige Medikamente und müssen von einem Arzt verschrieben werden. Du kannst bei Bedarf ein Rezept auch bequem über unsere Sprechstunde bei einem unserer Ärzte anfordern.

Diese Medikamente helfen bei Blasenentzündung

Hast du eine bakterielle Zystitis, so kann dein Arzt Antibiotika verschreiben. Dabei unterscheiden sich je nach Wirkstoff die Häufigkeit und Dauer der Einnahme.

Häufiges Mittel der Wahl bei einer unkomplizierten Zystitis ist Fosfomycin, welches du als Einmal-Präparat in Form eines Granulats in Wasser aufgelöst einnimmst. Um die Wirkung in der Blase zu verbessern, solltest du nach der Einnahme die Blase für ein paar Stunden nicht entleeren.

Alternativ können bei unkomplizierten Blasenentzündungen unter anderem Nitroxolin oder Pivmecillinam verwendet werden.
Handelt es sich bei dir aber um eine komplizierte bzw. wiederkehrende Zystitis oder um eine bereits durchgeführte Antibiotikabehandlung ohne Erfolg, ist es sinnvoll, ein sogenanntes Antibiogramm zu erstellen. Dabei werden die Bakterien aus deinem Urin im Labor auf einem Nährboden angezüchtet und auf Antibiotikaresistenzen getestet.

Mit den hier gewonnenen Informationen kann herausgefunden werden, welches Antibiotikum für dich geeignet ist.

Ist die Therapie bei Frauen und Männern gleich? Eine Blasenentzündung beim Mann sollte immer mit Antibiotika behandelt werden! Zudem sollte beim Arzt eine Ursachenabklärung erfolgen.

Was kann ich bei starken Schmerzen einnehmen? Krampfartige Schmerzen der Blase kannst du mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie z.B. Ibuprofen zusätzlich behandeln. Bei stärkeren Schmerzen kann dein Arzt gegebenenfalls krampflösende Medikamente (u.a. Butylscopolamin) verordnen.

Antibiotikum: Monuril, Fosfuro
  • Wirkstoff:
    Fosfomycin-Trometamol
  • Anwendung:
    Erste Wahl bei der Behandlung unkomplizierter Blasenentzündung. 3g als Pulver in Wasser gelöst, beste Wirkung bei leerem Magen und vorher entleerter Blase.
  • Dauer:
    einmalige Einnahme
  • Risiken:
    Bei schwerem Nierenversagen oder bei Überempfindlichkeit dem Stoff gegenüber solltest du Fosfomycin nicht einnehmen.
  • Nebenwirkungen:
    Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Ausschläge
Antibiotikum: X-Systo, Pivmelam
  • Wirkstoff:
    Pivmecillinam
  • Anwendung:
    Behandlung einer unkomplizierten Blasenentzündung, dreimal täglich 400 mg als Tablette.
  • Dauer:
    drei Tage
  • Risiken:
    Du darfst Pivmecillinam nicht bei Penicillin- oder Cephalosporinallergie einnehmen.
  • Nebenwirkungen:
    Übelkeit, Erbrechen, Scheidenpilz, Durchfall

Antibiotika sind rezeptpflichtig und müssen somit von einem Arzt verschrieben werden. Du kannst bei Bedarf ein Rezept direkt über unsere Online-Sprechstunde bei unseren Ärzten anfordern.

Medikament: Ibuprofen-Ratiopharm, IbuXEXAL etc.
  • Wirkstoff:
    Ibuprofen
  • Anwendung:
    Als entzündungshemmendes Schmerzmittel wird Ibuprofen vielfältig eingesetzt. Es kann nach Bedarf bei Schmerzen verwendet werden, pro Tag solltest du aber nicht mehr als 1200g bis 2400g einnehmen.
  • Dauer:
    Grundsätzlich solltest du Ibuprofen nicht zu häufig und nur bei Bedarf einnehmen. Sprich die Einnahmedauer am besten mit deinem Arzt ab.
  • Risiken:
    Bei einigen Vorerkrankungen, wie z.B. Asthma, COPD oder Magengeschwüren, solltest du Ibuprofen vermeiden.
  • Nebenwirkungen:
    Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen etc.), Schwindel, Kopfschmerzen

Benötige ich für Ibuprofen ein Rezept? Ibuprofen ist bis zu einer Dosierung von 400 mg rezeptfrei erhältlich. Bei stärkeren Schmerzen benötigst du für höhere Dosierungen ein Rezept, was von einem Arzt verschrieben werden muss. Du kannst bei Bedarf direkt in unserer Online-Sprechstunde ein Rezept anfordern.

Was kann ich selbst bei einer Blasenentzündung tun?

Diese Heilpflanzen helfen bei einer Blasenentzündung
  • Bärentraubenblätter
  • Brennnessel
  • Goldrutenkraut
  • Acker-Schachtelhalm
  • Birke
  • Katzenbart
  • Kapuzinerkresse

Unsere kurze Zusammenfassung

Typische Anzeichen einer Blasenentzündung (Zystitis) sind Schmerzen und Brennen während des Wasserlassens sowie ein erhöhter Harndrang mit geringer Urinmenge. Die häufigste Ursache ist die Besiedlung der Harnblase mit Bakterien. Behandeln kannst du die Zystitis mit viel Trinken, Wärme sowie Antibiotika und einigen Hausmitteln in Absprache mit deinem Hausarzt.

Quellen

Artikel zu Blasenentzündung: Apotheken-Umschau.de

Artikel zu Blasenentzündung: patienten-information.de

Artikel zu Blasenentzündung: onmeda.de

Artikel zu Urozysitis: amboss.com

Artikel zu Zystitis: flexicon.doccheck.com

Artikel zu Akute Blasenentzündung: gesundheitsinformation.de

Artikel zu Infektionskrankheiten: infektionsschutz.de

Artikel zu Pevmicillian: flexicon.doccheck.com

Artikel zu Ibuprofen: flexicon.doccheck.com

Artikel zu Antibiotikern: amboss.com

Artikel zu Heilpflanzen (Cranberry): netdoktor.de

Artikel zu Blasenentzündungserkrankungen: phytodoc.de

Artikel zur Vorbeugung von Blasenentzündungen: tk.de

Artikel zur Behandlung und Vermeidung von Rezidivierenden Hanwegsinfektionen: aerzteblatt.de

Artikel zu Blasenentzündungen: deutsche-apotheker-zeitung.de

Artikel zur Impfung gegen Blasenentzündung: jameda.de